Abgrenzen ohne auszuschließen

Beziehung heisst, sich gegenüber dem anderen abzugrenzen, ohne ihn auszuschliessen und sich auf den anderen einzulassen ohne sich selbst aufzugeben.

Auf Deiwel komm raus!

Auf der Sendung steht "Go green - Das CO²-neutrale Paket" und ich dachte eigentlich, es kommt dann ein vollbärtiger Bote im selbstgestrickten Norweger und Apostelbereifung per Velo angeradelt um mir das Päckchen zu überreichen! So kann man sich täuschen; es war wie immer der blau-gelb Uniformierte mit der schwarzen Rauchwolke aus dem Auspuff des Selbstzünderverbrennungsmotors seines Postfahrzeuges...

Buchtipp

Wir Untote: Über Posthumane, Zombies, Botox-Monster und andere Über- und Unterlebensformen in Life Science & Pulp Fiction

Ich erinnere mich noch, als meiner Tochter wegen einer Zahnspange zwei gesunde Zähne gezogen werden sollten - ich war dagegen; mein Argument: "Das ist plastisch-ästhetische Chirurgie!"


Im Januar 2008 schrieb ich in meinem Blog:  Eine Technologie kennt keine moralischen Begriffe, die Legitimation einer Technologie entsteht ausschliesslich aus Ihrer Umsetzbarkeit. Technologien werden realisiert, nicht weil sie letzten Endes nützlich oder schädlich sind, sondern weil sie realisierbar sind, die ethischen Standards werden immer erst mit deren Fanals definiert.

Immer neue Aktualität erhält mein Text; wie nachfolgender Beitrag wiedereinmal belegt:

Audio on demand
Und zum Nachlesen!

GOTT O GOTT!: Welcome to the jungle!

GOTT O GOTT!: Welcome to the jungle!

Genie und Wahnsinn, so sagt man...

Der Wahn setzt Erkenntnisfähigkeit und Kreativität voraus; stumpfsinnigen Menschen fehlt schon das kognitive Potential zum Wahsinnigwerden.

Die Liebe der Eltern

Es ist offensichtlich so, dass viele Eltern ihre Kinder und viele Kinder ihre Eltern nicht lieben.

Oftmals sind, wertneutral betrachtet, Kinder für viele Eltern zuerst nur ein Hemmschuh, der sie ihrer Freiheit beraubt (ebenso auch umgekehrt, wenn nämlich Eltern ihre Kinder "erziehen"). Ebenso oft nehmen sie ihre Verantwortung zwar nur deswegen wahr, weil es lediglich ihrem schlechten Gewissen gegenüber einer sozial erworbenen Erkenntnis entsprang, dass es wohl so zu sein habe, dass ein Vater seine, oder eine Mutter ihre Kinder liebt, sie selbst haben ja wohl oft auch gegenteilige Erfahrungen machen müssen, die ihrem neu zusammengesammelten Weltbild völlig entgegengesetzt sind, da er als Vater seine und sie als Mutter ihre Kinder nicht liebt, verwechselt der Elternteil Verantwortung - eine verstandesmäßige Eigenschaft - mit Liebe; insgesamt eine reine Kopfgeburt also. Sie hätten oft gerne, dass es anders ist, aber es ist nicht so - es ist ihnen daraus auch absolut kein Vorwurf daraus zu machen; einem Menschen "emotionalen Defizite" anzuschulden wäre in etwas so absurd, wie einem Lahmen vorzuhalten, er könne nicht rennen. Solange diese Einsicht fehlt, solange besteht diese Blockade die gerne zu Schuldzuweisungen führt.

Elternliebe ist eine Form biologischer Zweckeinrichtung archaischer Art, vornehmlich geeignet, damit die Eltern ihre Kinder behüten, empfinden sie für sie eine emotionale Verbundenheit - die Kinder gleichfalls, jedoch aus einem absoluten Abhängigkeitsverhältnis heraus.

Heute wird diese Eigenschaft nämlich forciert; familiärer Zusammenhalt - eine reine Konstruktion; denn wieso sollte ich, meine Eltern mehr achten, respektieren und wertiger betrachten, als alle anderen Menschen auch? - wird so deswegen sehr verabsolutiert, um in Zeiten der Individualisierung des Einzelnen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu simulieren, um diesen dann ausbeuten zu können. Insgesamt handelt es sich hierbei um ein Luxusproblem der westlichen Wohlstandsgesellschaft in der in den Medien und der Werbung ein Familienbild transportiert wird, das das Erwachsenwerden des Individuums hemmen und ihn seiner Mündigkeit berauben will.

Die Vorsilbe "er-" zeigt ein Verändern durch eine zielgerichtete Handlung auf; dass das Erwachsenwerden somit als das Ziel, durch den Zugewinn an Kenntnis des Ichseins eines Menschen zu eigenverantwortlicher Größe gereicht. Nur ist das nicht gewollt, weil ein Mensch der seiner Unmündigkeit entwächst nicht funktioniert und somit keinen produktiven Beitrag in einer Leistungs- und Konsumgesellschaft liefert. Die Verantwortung eines jeden, liegt schließlich ausschließlich in ihm selbst, das Outsourcen eigener Unzulänglichkeiten, "Du bist dafür verantwortlich, dass ich...", sucht die Zuständigkeit niemals beim Selbst, sondern projiziert sie auf das Du! Nicht von Ungefähr ist Schuld ein durch und durch verchristlicher Begriff, denn wer sich selbst als Opfer sieht wird so lange nicht erkennen, dass seine "Wurzeln" in ihm selbst liegen, so lange nicht bis er zu seinem Ich findet.

Die Methode des Angstmachens

"Alt werden hat seinen Preis: Mit 111 Milliarden Euro kostet die Behandlung von Menschen über 65 fast die Hälfte des Gesamtbudgets im Gesundheitswesen. Die Kosten dürften weiter steigen." ... "Allein im Jahr 2006 entfielen 47 Prozent der gesamten Krankheitskosten in Deutschland auf ältere Menschen." ... "Im Jahr 2000 war jeder sechste Bürger älter als 65 Jahre, 2050 wird das für etwa jeden Dritten gelten. Die Zahl der über 85-Jährigen wird sich zwischen dem Jahr 2000 und 2050 verdreifachen."

Nur abstrakte Zahlen, ohne Sinn und Bedeutung. Es gibt nur eine Zahl die Relevanz hat, nämlich die Zahl Eins; die Zahl des Individuums, die Zahl, die innerhalb des Seins, wie in einem binären Code das Ist repräsentiert.

Mit einer Bibel den Schädel einschlagen - alles ist machbar

"Wo immer dies möglich ist, muss diese aggressive Aktion gestoppt werden", so der Fraktionsvize der CDU, Günter Krings, zu der Ankündigung den Koran kostenlos in Fußgängerzonen zu verteilen. Aha! Also wie genau nennt man das dann jetzt, wenn ich hier: Jesus im Leben eine kostenlose Bibel bestelle? Der tut ja gerade so, als würden die "Mein Kampf", welcher sich im Übrigen kostenlos im Internet herunterladen lässt, unter die Leute bringen!

Das ganze funktioniert nach einer Art Pawlowschem Reflex', wenn jemand das Wort "Koran" in den Mund nimmt, tropft islamophober Sabber die Lefzen herab!

Der Wert des Menschen

Wieso sollte der Mensch überhaupt einen Wert besitzen? Wer oder was sollte dem Menschen seinen Wert verleihen? Dabei frage ich mich grad, ob nicht durch die Zuerkennung eines Wertes dem Menschen im Umkehrschluss auch erst die Unwertigkeit zugesprochen werden kann. Wertigkeit ist an sich bereits eine (ökonomische) Kategorisierung, sodass der Mensch schon ausserhalb dieser zu stehen hat; und warum sollte er einen Wert besitzen? Ein durch und durch materialistischer Begriff definiert das Menschsein.

Würde, Ehre, Wert dürfen keine Begriffe sein, die den Menschen definieren. Das Sein ansich definiert mich - ich definiere das Sein!

Incestus

Nicht nur, dass das Inzestverbot massiv in die sexuelle Selbstbestimmung des freien Menschen eingreift, nein, allein die Begründung, der Inzest gefährde die Volksgesundheit, macht mir die noch größere Angst - mit ebendem Argument wurden auch Ehen zwischen Volksdeutschen und Juden verboten.

„Früher“

Früher, wir alle haben eine nebulöse Erinnerung an dieses „Früher“, war einer der am Häufigsten gehörten Sätze „Ich will nie so spießig werden wie die Erwachsenen!"; und fast jeder, an den ich mich von früher her erinnere, ist entweder tot, oder Spießer geworden. Und dann gab es diejenigen, die diesen Satz nie aussprechen mussten, ja, nichteinmal an ihn gedacht haben – warum? Weil sie eben wussten, dass sie nie so spießig werden, wie die Erwachsenen.

Nachtigall, ick erkennt dir an die Gummischuh; oder: Alle sprechen immer von Verdummung, aber wer dumm ist, muss nicht verdummt werden.

Da lässt sich eine bildungsgebürgerte Mittelschicht von der Ilse verzähle (das ist schwäbisch), der gemeine Homo consumicus werfe zu viele Lebensmittel weg und das sei nicht gut; von Skandal ist gar die Rede. Damit spricht sie den „bewussten Konsumenten“ an, der sich nun gefälligst kleine Verpackungsgrößen kaufen soll, das sei ethisch korrekt. Im Prinzip so falsch nicht. Nur dass es sich dabei um ein Märchen handelt, verschweigt sie lieber.

Diese Kampagne gegen die sog. Lebensmittelverschwendung aignert sich nämlich hervorragend dazu, der lebensmittelerzeugenden Industrie und dem Handel* größere Gewinne einzufahren; liegt der Fehler nämlich bereits im System und ist gewollt; und die freut sich 'n zweites Loch in'n Arsch.

Ich geb euch mal ein Beispiel: ich kauf mir immer das Toastbrot mit 500 g. Inhalt zu Eineuroneunzehn; die 250-Gramm-Packung kostet 99 Cent; und wer rechnen kann, der stellt umgehend fest, dass die Großpackung wesentlich günstiger ist und zwar genau ab dem Moment, wo ich die Hälfte der Packung plus 20% verzehre und den schimmeligen Rest entsorge.

Meine Liebe Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, solange Du der Industrie und dem Handel nicht verbietest, Großpackungen billiger zu verkaufen, habe ich auch nicht die Spur eines schlechten Gewissens, Lebensmittel in die Tonne zu kloppen.

Bei sowas wachsen mir Arschhaare!

*Merkur, übrigens, ist der Schutzpatron der Händler und der Diebe.